RECASE Regenerative Energien

Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung

Bei der transponderbasierten Erkennung von Luftfahrzeugen für die Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung von Luftfahrthindernissen (kurz: BNK) werden Signale, die Luftfahrzeuge aussenden, u.a. sogenannte Transponder - Signale, genutzt, um die Distanz von Luftfahrzeugen zu Hindernissen und damit den Kennzeichnungsbedarf eines Luftfahrthindernisses zu bestimmen.

Wie funktioniert die transponderbasierte BNK?

Es sind bereits heute alle Flugzeuge (auch sogenannte Sportflugzeuge), die nachts fliegen, mit Transpondersystemen ausgestattet. Die Pflicht zum Einschalten des Transponders wird durch das Energiesammelgesetz auch auf den unteren und unkontrollierten Luftraum G ausgeweitet. Segelflugzeuge oder Ultraleichtflugzeuge, die heute noch nicht immer mit einem Transponder ausgestattet sind, dürfen nachts ohnehin nicht fliegen.

Hubschrauber der Polizei, des Militärs oder der Rettungsdienste fliegen vermehrt mit Nachtsichtgeräten und profitieren dann von der Infrarot-Befeuerung für Windenergieanlagen, die laut Entwurf vom 12.06.2019 zur Novellierung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (kurz: AVV) in Zukunft ebenfalls gefordert werden. Für besondere Fälle, z.B. Windparks mit BNK in Nähe von Flugplätzen mit gelegentlichem Nachtflugbetrieb, oder für Militär und Polizei bietet das Lanthan-BNK-System die Möglichkeit der BNK-Aktivierung über ein individuell zugeteiltes Webinterface.

Das Monitoring und die Fernwartung der Systeme erfolgen kontinuierlich, da laufend Signale von hochfliegenden Flugzeugen empfangen werden, die nicht zwingend zur BNK-Schaltung führen, aber dennoch die Funktion des Systems belegen. Das Erfassen von Signalen sowie das Aktivieren bzw. Deaktivieren der BNK wird aufgezeichnet und kann für die letzten 30 Tage oder in regelmäßigen Intervallen als Bericht abgerufen werden. Die Komponenten vor Ort (eine Empfangsantenne für mehrere WEA einer BNK-Gruppe und Schaltschränke in der Master-WEA sowie ggf. auch Slave-WEA sind äußerst wartungsarm und können einfach im Rahmen von WEA-Besuchen durch das Service-Personal gewartet werden.

Mit dem Gutachten zur Identifizierung und Bewertung der Risiken durch die transponderbasierte BNK ist eine weitere Hürde zur technologieoffenen Genehmigung der BNK, und damit der Möglichkeit transponderbasierte BNK Systeme einzusetzen, genommen worden. Der AVV-Entwurf vom 12.06.2019 sieht die Zulassung der Transponder-BNK bei Einhaltung gewisser Kriterien vor. Die Anforderungen werden durch das Lanthan System vollumfänglich erfüllt. Das Konsortium der drei Unternehmen rechnet mit einer Anerkennung (Phase I) des Lanthan Transponder-BNK Systems im 4. Quartal 2019.

Die Entwicklung der Systemkomponenten ist bereits in vollem Gange und derzeit werden Prototypen installiert und Vorserien geplant. In Deutschland wird die transponderbasierte BNK seit 2008 erfolgreich für einen Windpark in der Nähe eines Hubschrauberlandeplatzes der Bundespolizei angewandt. Testinstallationen in Österreich für Windenergieanlagen und Seilbahnen sind ebenfalls erfolgreich umgesetzt worden.

Es gibt seitens des Marktes ein großes Interesse daran, sich bereits jetzt Hardware und Planungskapazität für Projekte zu sichern. Aktuell wird darauf hingearbeitet, die Produktion in Serie zum Ende des Jahres zu starten um sämtliche Systeme noch vor dem 1. Juli 2020 zu liefern und überwiegend durch die ohnehin mit Wartung und Reparatur beauftragten Service-Unternehmen der Betreiber installieren zu lassen.

Um den Weg für ein erfolgreiches Projekt einzuschlagen, ist es sinnvoll eine Vorabprüfung der betroffenen Windenergieanlagen und bauseitigen Gegebenheiten durchzuführen. Die Ist-Situation des Windparks mit der dazugehörigen Flugbefeuerung wird analysiert, um die Schritte für eine technologieoffene Ertüchtigung zur Einbindung eines BNK-Signals zu definieren. Eine Abdeckung durch die Transpondertechnologie wird näher untersucht. Liefergegenstand ist ein Bericht (Individualisierungsstudie). Die Ergebnisse der Studie sind technologieunabhängig für jedes BNK-System anwendbar. Zusätzlich bietet eine Bestellung der Vorabprüfung eine priorisierte Lieferung der Hardware, sodass gesetzlich vorgegebene Fristen mit größerer Sicherheit einzuhalten sind.

Die wesentlichen Ergebnisse der Individualisierungsstudie:

  • Prüfung des Projektgebiets auf Ausnahmen im Sinne der AVV (Prüfung der Lufträume)
  • Beschreibung der Schnittstellen zur Nachtkennzeichnung für jede WEA
  • Anordnung des Transpondersystems (ATS-3 und ATS-4)
  • Informationen zur Ertüchtigung der vorhandenen Flugbefeuerung
    (z.B. benötigte Hardware, indikative Preise, weitere Schritte)
  • Überblick über Anforderungen und Umfang der Installation und Inbetriebnahme der transponderbasierte BNK
  • Ermittlung des zeitlichen Aufwands sowie eines projektspezifischen Preises für die Installation
  • Vorschlag für zu beauftragende Unternehmen (z.B. WEA Hersteller, Serviceanbieter etc.)

Wir bieten umfassende Leistungen von der Bereitstellung des BNK-Signals bis zur Ansteuerung der einzelnen Flugbefeuerungen auf jeder WEA an.

Sie haben Interesse an einer BNK-Lösung für Ihre Anlagen? Sprechen Sie uns gerne an!


Link zu unserer Stellungnahme zu einem Positionspapier.